Archiv 2014 — heute

Schablonen-zeichnungen als Allegorie

Ausstellungseröffnung am 12.4.24 um 14:00 in der SPD-Zentrale in Cottbus, also schräg gegenüber vom MultiPOP-Salon. Noch ist nicht abschließend geklärt, ob es einen musikalischen Beitrag zu Eröffnung geben wird, oder vielleicht einen Film?
Die Schablonenzeichnungen entstanden mit Blaupausen-Papier und sind mit Wachsmalkreiden oder Buntstiften kolloriert.

Ausflug in die Vergangenheit

Super8-Filme beim Kulturherbst in Ochsenfurt: Flashlight in der Steinzeit, Das Ende des Käpt´n Flint und Beuys oh Beuys

Es waren tatsächlich sehr viele Zuschauer gekommen. Einige der Schauspieler, wenn man sie als solche bezeichnen möchte, waren ebenfalls anwesend. Die Filme sorgten für ausgelassene Stimmung. Aber das lag weniger an der Qualität der filmischen Umsetzung, sondern an der kollektiven Erinnerungsattacke. Normaler Weise mag ich diese retrospektive Haltung gar nicht, besonders wenn es um die Huldigung von lang vergangener Jugendkultur geht. Aber diesmal kam ich nicht drum rum und war der Profiteur. Meine Leistung, damals ein Zeitdokument geschaffen zu haben und es jetzt reproduzieren zu können, überwog bei weitem die kreative Arbeit.
Für alle, die den Abend verpasst haben oder den Film toll fanden, steht er jetzt zur Verfügung. Das Einbetten des Filmes in diesen Beitrag ging nicht, vermutlich wegen der Urheberrechtsproblematik mit der verwendeten Musik. Aber der Link zu youTube geht.
Die Musik habe ich teilweise ersetzt (meine Musik mit zusätzlichem Text erkennt man schnell), aber auch die beiden anderen Tracks habe ich frisch von den gleichen Vinyl-Scheiben wie damals heruntergeholt und neu angepasst. Ebenso der Abspann. Diese kleinen Upgrades nimmt mir hoffentlich niemand übel.

Unsere kleine Welt-WG, Intro

Personen- und Stichwortregister, Erläuterungen und das Autorenteam

Fünf Nachwuchswissenschaflter aus fünf Kontinenten unter einem Dach. WG-Statuten und Weltrettungspläne treffen auf finanzielle Engpässe, Bürokratie und sonstige Tücken des Alltags.
Sechs heitere Episoden, angesiedelt in der Zeit des turbulenten Strukturwandel an der kleinen, aber agilen Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus-Senftenberg, niedergeschrieben von Angela Buhl und Ralf Schuster

Die beachtliche Bergwelt von Cottbus

Die beachtliche Welt der Filmfestivals streckt seine Fühler nach MultiPOP aus. Ich schicke ja schon lange keine Filme mehr auf Filmfestivals, da ich in der Regel nur Absagen bekomme. Aber das LetsDOK-Festival ist ein dezentrales Festival, das nach originellen Abspielstätten für Dokumentarfilme sucht und mich angesprochen hat. Deshalb werde ich im September im MultiPOP-Salon Dokumentarfilme zeigen. In erster Linie meine eigenen. Ich habe ja nur ganz selten Dokumentarfilme gedreht, deshalb werde ich für diesen Anlass einen weiteren Dokumentarfilm realieren, der sowieso schon geplant war, nämlich meine Dokumentation über die beachtliche Bergwelt von Cottbus. Während Filmfestivals normaler Weise eine riesiges Theater mit der Anmeldung und den Sichtungskopien machen, habe ich diesmal den Film noch nicht einmal begonnen, aber er steht schon im Programm. Letztes Woche haben wir immerhin ein Standfoto gemacht (siehe oben, Fotografin Angela Buhl). Eigentlich wollen wir auch die erste Szene drehen, aber leider bekam die (minderjährige!) Darstellerin keine Erlaubnis vom Papa, bei mir mitzuspielen. Das kann mich aber nicht abhalten, suche ich mir eine andere.

Ich bin ein Poet, oder?

Rückblickend ist im Jahr 2022 nur wenig passiert und auch dieses Bild entstand bereits im Frühling als das letzte einer kleinen Serie, die im Herbst begonnen wurde. Es gibt auch ein Lied dazu und das Werk in voller Größe kann man in der Bildgalerie betrachten. Der Kenner des ZMOT-Repertoires kann sich daran erfreuen, dass die Titel der vielen Bücher jeweils Lieder von ZMOT sind. Also mal wieder eine Menge Selbstrefferenzialität.

Die Selbstdefinition als Poet, der zudem noch mit der anachronistischen Schreibmaschine vor sich hinschreibt, ist rein intuitiv entstanden, so wie die meisten meiner Bilder und Texte. Da sind einzelne Zeilen oder ein Gekritzel und das wächst in die Form hinein, die es auszufüllen gilt. Also entweder ein Lied mit Strophen und Refrain oder die Fläche eines rechteckig zugeschnittenen Papiers. Hinterher muss ich mir manchmal die Frage stellen, ob das, was ich ausdrücken wollte, verständlich ist. Oder ist es einfach nur therapeutisch und selbstentlarvend? Ja, ich wäre gerne nur Poet und in dem bildungsbürgerlichen Kontext in dem ich aufgewachsen bin, befreit mich das von Verantwortung, aber legitimiert mich dazu, zu allem meinen Senf dazuzugeben, wenn er schön formuliert ist. Aber indem ich das hinterfrage, befriedigt mich diese Rolle keineswegs.
Zum Glück bin ich nicht nur Poet, sondern auch Bürger und Teilhaber an der oft heraufbeschworenen Zivilgesellschaft. Da kann ich meinen Willen zur Verantwortung durch demokratische Prozesse ebenfalls einbringen. Sehr mühsam und langsam, aber authentisch und legitim.
Tracy Neumann hat uns (ZMOT) interviewt und wir haben sie über eine Stunde lang zugetextet. Es klingt ziemlich bedeutungsschwanger, was ZMOT zusagen haben. Eben das, was alle Künstler von sich behaupten: Für eine andere, bessere Welt einzutreten. Och hatte gehofft, es kommt im Interview etwas mehr Selbstironie oder Skepsis rüber. Weltverbesserung mit Akkordeon und mechanischer Schreibmaschine? Ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen.
Aber wenn alle mitmachen, geht es vielleicht doch!