Durch den großen Wald

Mal was ganz anderes: Keine Kunst, keine KI, sondern Fahrradfahren. Durch Zufall, oder durch Neugier, fand ich eine weitere Möglichkeit, mit dem Fahrrad nach Lieberose zu fahren, und diese Route ist nach meiner Einschätzung viel interessanter, als alle anderen.

Sieht ein bisschen aus, wie in den Bergen!

Zum Verständnis muss gesagt werden: Lieberose liegt von Cottbus aus gesehen hinter einem großen Waldstück, in dessen Zentrum die sogenannte „Wüste“ liegt, ein ehemaliger Truppenübungsplatz mit viel Sand, schlechten Wegen und eigentlich darf man ihn auch gar nicht betreten, denn es besteht die Gefahr, auf Munitionsrückstände zu stoßen. Die Bundesstraße führ 12 km lang ziemlich gerade durch den Wald und durch die Wüste, was eigentlich der schnellste und einfachste Weg ist. Aber es gibt keinen Radweg und für Fahrradfahrer ist das wegen der vielen LKWs eine ziemliche Zumutung.

Dann wurde eine ehemalige Schienentrasse zum Fahrradweg ausgebaut, der östlich der Wüste extrem geradlinig durch den Wald führt. Diesen Fahrradweg habe ich ja in meinem Monolog eines Fahrradfahrers gezeigt und als ziemlich langweilig geoutet. Aber streckenweise ist die Route dort auch sehr schön, denn im Gegensatz zur Bundesstraße ist der Wald ein bisschen hügelig.

Jetzt habe ich allerdings eine Westumfahrung der Wüste gefunden, bei der sich der große Wald viel abwechslungsreicher zeigt, als bei den beiden anderen Routen. Leider aber auch etwas länger, denn die Fahrstrecke ist dann immerhin 40 km. Ich habe allerdings noch eine Idee, wie ich die Westumfahrung optimieren kann und gleichzeitig würde diese Version fast 20 km lang nur durch Natur führen, kein Dorf und keine bewohnten Häuser.

Die Westumfahrung von Briesen über Bylegure und Bylen führte ursprüngliche auf dem Leichhardt-Track nach Lambsfeld und von dort auf der Bundesstraße nach Lieberose. Aber am Knotenpunkt „Rampe VI“ ist eine direkte Strecke nach Lieberose ausgeschildert (rot eingezeichnet), die ich vor ein paar Tagen entdeckte und dann sofort ausprobierte, sowohl hinwärts, als auch zurück und sie gefällt mir sehr gut. Trotzdem ist die Westumfahrung immer noch zu lang (fast 40 km). Deshalb muss ich die lila Verbindungsstraße finden, die vom kleinen Badesee zwischen Drehnow und Drachhausen zur Rampe VI führt.
Das klingt ganz einfach, aber wenn man dann als verweichlichter Zivilisationsmensch eine halbe Stunde auf unbefestigten, oder gar sandigen Waldwegen herumirrt und keinerlei Menschen sieht, wird einem schnell mulmig. Vom Badesee über Rampe VI nach Lieberose dürften 18 km Waldweg sein. Wenn ich also in den nächsten Wochen plötzlich verschwunden bin, dann wisst ihr, wo ich zu suchen bin.

Für Nachahmer:
Route Döbrick (blau):
Von Cottbus immer an der Spree lang bis Maiberg
von Maiberg nach Drehnow auf der kleinen einspurigen Landstraße,
in Drehnow gleich nach Westen abbieten und bei der nächsten Abzweigung nach Norden. Dann kommt man nach Drachhausen. Dort rechts und am Ortsausgang wieder links nach Drachhausen Heide. Dort gehts noch ein paar hundert Meter wieder nach Osten und man kommt auf die Bundesstraße. Jetzt kommt der nervige Teil, es sind acht Kilometer stressiges geradeausfahren auf der recht befahrenen Straße.

Route Dissen (grün) ist noch ein bisschen kürzer als Route Döbrick (31km).
Hinter der Uni, am Flughafen auf den Radweg nach Sielow, von Sielow nach Dissen und dann wieder nach Norden zur Spreeaue. Nach der Brücke über die Spree führt die Landstraße nach Maiberg, aber vorher muss man nach Norden abbiegen (ist nicht beschildert, ca 300m nach der Spreebrücke). Bis Drachhausen ist die Qualität des Weges sehr wechselhaft. Dort, wo er asphaltiert ist, ist der Asphalt von Wurzelerhebungen sehr holperig. Aber bei dieser Route hat man ziemlich genau in der Mitte der Strecke den Badesee. Ab Drachhausen genau so, wie Route Döbrick.

Route Maust (gelb): Eigentlich viel schöner, aber ca. 7 km länger. Cottbus an der Spree entlang verlassen, aber hinter Saspow gleich auf der Lakomaer Chausee an der Mülldeponie vorbei (wie romantisch). Am Abzweig Lakoma die Bundesstraße überqueren und rein in den Radweg, der wunderbar längs des Hammergrabens entlang führt. Man kommt nach Maust, dann zur Mausmühle und vor dort fährt man zwischen den Fischteichen hindurch in Richtung Peitz. Das ist so schön, dass es jeder mal gemacht haben sollte. Dann erreicht man Peitz am Hammerwerk, wo inzwischen jährlich die Jazzwerkstatt stattfindet. Auch dort sollte jeder man gewesen sein. Durch Peitz hindurch ist es etwas konfus und es gibt mehrere Möglichkeiten. Aber man muss auf die Bundesstraße nach Preilack (Radweg neben der Straße vorhanden). Am Ortseingang Preilack links rein, dann westwärts und man kommt zum legendären Radweg auf der Schienentrasse. Jetzt kann man 12 km entspannt geradeaus fahren, kommt (rechterhand) an einem der größten Solarparks Deutschlands und (linkerhand) an der Lieberoser Wüste vorbei. Leider führt der Radweg nicht direkt nach Lieberose, sondern nach Jamlitz. Von dort ist dann leider noch mal eine unromantische Landstraße zu benutzen, die schwach befahren ist und es sind nur zweieinhalb Kilometer. Übrigens kann man bis Peitz mit dem Zug fahren. Vom Bahnhof sind es immerhin noch 25 km bis Lieberose, also keine drastische Einsparung.

Die Westumfahrung ist noch in der Probephase, wenn ich die lila Verbindungstrasse gefunden habe, sage ich bescheid.

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